This post is also available in:
German
Meine Katze Ketut: Eine wahre Inspriation. Wie sie einen unheilbaren Blutvirus überlebte und versuchte mich auf meinen Krebs aufmerkasam zu machen.
Bisher hatte ich noch nie einen längeren Post oder Beitrag meinen Haustieren gewidmet, obwohl sie das eigentlich höchstverdient haben. Insbesondere meine Katze Ketut, in der es in dem heutigen Post geht.
Ich hatte Ketut vor 4 Jahren im April 2013 bei einer Hausbesichtigung in Jimbaran gefundnen. Sie war super klein und die Augen waren noch geschlossen. Der Name Ketut ist balinesisch und bedeuet “Viertgeborene”. Da wir bereits drei Katzen hatten war der Name irgendwie passend
🙂 Die Mutterkatze fauchte sie auf der Strasse an und lief vor ihr mit den anderen Katzenbabies weg. Ich schätze es war der Naturinstinkt, der der Mutterkatze sagte, dass sie nichts für die kleine, kranke Katze tun kann. Ihr Fell war voller Maden, da Fliegen bereits darin nisteten. Es war auch nicht einfach Amalia davon zu überzeugen die Katze in ihre Handtasche zu packen, damit wir sie mitnehmen konnten aber irgendwie hatte ich es geschafft sie nach einer Weile dazu zu überreden. Das füttern mit einer kleinen Spritze und Flasche war nicht einfach aber sie trank etwas und war sichtlich froh, dass sich jemand um sie kümmerte.
In der zweiten Nacht alledings zwischen 2 und 3 Uhr morgens atmete sie nur noch ganz schwer und es hörte sich an also ob sie jeden Moment aufhören würde zu atmen. Glücklicherweise ist Sunset Vet nur wenige Minuten entfernt und hat 24h geöffnet. Ich packte sie in eine Stofftasche (das war alles was ich damals hatte) und hängte die Tasche vorne an den Haken am Roller. An den Ampeln schaute ich immer wieder kurz rein ob noch alles ok ist.
Beim Tierarzt angekommen bekam sie eine Vitaminspritze und siehe da: Plötzlich stand sie auf und lief herum. Ich schätze der Pieks war wie ein Weckruf, dass sie sich noch nicht aufgeben soll. Der Arzt öffnete ihr auch noch vorsichtig die Augen und reinigte sie. Der Anblick war nicht gerade schön, da die Pupillen noch überhaupt nicht entwickelt waren. Beide Augen waren milchig trüb und die Pupillen schauten in verschiedene Richtungen.
Nichts desto trotz war ich happy, dass es ihr besser ging und wir fütterten sie die nächsten Tagen weiterhin mit dem besten Essen. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass sich die Augen im Laufe der Zeit so gut entwickeln, dass man heute eigentlich nicht mehr sehen kann wie das ursprünglich mal aussah.
Ein halbes Jahr später hatte sie plötzlich aufgehört zu fressen und lag nur noch unter dem Schreibtisch. Nachdem das mehrere Tage so ging waren wir wieder beim Tierarzt und leider wurde sie mit einem tödlichen Blutvirus diagnostiziert und der Tierarzt meinte sie hätte nur noch 2 Wochen zu leben, es gäbe dafür kein Medikament. Sie war stationär beim Tierarzt im Käfig mit Infusion und sah mehr als unglücklich dort aus. Deshalb entschied ich mich dazu sie wieder mit nach Hause zu nehmen. Ich verbrachte mehr Zeit mit ihr zuhause. Nach einigen Tagen wurde ihr Zustand merklich besser. Sie konnte wieder laufen! Und wie durch ein Wunder hat sie den unheilbaren Virus überlebt und springt heute nach vielen Jahren noch fröhlich in der Gegend herum.
Ein weiterer Rückschlag war einige Zeit später nachdem wir sie sterilisieren haben lassen. Als sie vom Tierarzt zurück kam hing der Kopf zur Seite. Den Tierärzten ist anscheinend nichts aufgefallen, dabei war der kopf um fast 90 Grad gedreht. Ich habe keine Ahnung was da während der Sterilisation passiert ist aber das war definitiv nicht normal! Sie hatte auch Gleichgewichtsprobleme und ist immer nach ein paar Schritten auf die linke Seite gefallen und konnte nicht mehr aufstehen. Es hat wieder sehr viel Zeit gekostet Ketut aufzupeppeln aber von Woche zu Woche wurde es besser und heute bemerken nur wenige, dass der Kopf ab und zu noch etwas zur Seite gedreht ist. Sie kann mittlerweile auch wieder ganz normal laufen und springen.
Nun zum eigentlichen Thema: Die letzten Wochen auf Bali, als ich nur noch im Bett lag und am schwitzen war und viel Gewicht verloren hatte ist mir aufgefallen, dass Ketut keine Minute von meiner Seite gewichen ist. Wenn ich mal kurz auf dem Stuhl saß hat sie sich auf meinen Schoß gesetzt. Wenn ich auf dem Bett lag hat sie sich sofort auf meinen Bauch gelegt. Das ist nichts außergewöhnliches, das hat sie davor auch ab und zu gemacht, aber die letzten Wochen als ich krank war gabe es quasi keine freie Minute weil sie mir überall hinterher lief. Sie hat defintiv gemerkt, dass etwas mit mir nicht stimmt. Was mir allerdigs erst einige Wochen später bewusst wurde ist, dass sie sich immer genau auf die Stelle gelegt hat wo das Lymphom später entdeckt wurde! Wie verrückt ist das? Danke Ketut, dass du über so lange Zeit versucht hast mir zu zeigen wo das Problem ist. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt die Nachricht nicht verstanden. Ich hoffe du bekommst weiterhin deinen frischen Lieblingsfisch und kein Dosenfutter bis ich zurück bin!
Wie ihr wahrscheinlich wisst gibt es Tiere (insb. Hunde und Katzen), die Krankheiten riechen können. Manche Hunde werden speziell für Diabetes-Patienten trainiert um diese zu wecken wenn der Blutzuckerspiegel zu stark fällt. Auch die Frequenz des Schnurrens der Katzen heilt Knochenbrüche deutlich schneller. Deshalb sagt man Katzen auch 7 Leben nach, da diese im Vergleich zu anderen Tieren schwere Krankheiten und Knochenbrüche besser heilen können.
Vielleicht bewegt es ja den einen oder anderen dazu diese – meiner Meinung nach sehr spannenden Themen – nachzugoogeln. Freut mich wenn sich Leute dafür interessieren. Heute gibt es selbstverständlich einen Katzen-Sticker zu Ehren von Ketut, der besten Katze, die man sich nur wünschen kann! 🐈

erste Sonnenstrahlen im neuen Zuhause 
die ersten Tage: Augen waren nicht richtig entwickelt 
Sie suchte Wärme vor dem Kühlschrank 
im Katzenkorb 
Nach einigen Tagen 
beim Tierarzt 
beim Tierarzt mit Gipsfuss 
Zuhause mit Gipsfuss 



nach zu viel Vodka 



im Katzenhaus 
beim Schlafen
